Simmerath (Semenrode (1346). Semrad (1650))

Chronik / Geschichte von Simmerath (ab 1342 erwähnt)

Im Volksmund der umliegenden Dörfer heissen die Simmerather auch "Kragemänner" (Männer mit Kragen und Binder)

0-200 n. Chr.
Zur Römerzeit führte gab es eine Straße: Trier > Hohe Venn > Konzen > Simmerath > Kesternich > Einruhr (Heilsteinquelle) > Rheinisches Tiefland. Archäologische Funde beweisen eine Besiedelung durch die Römer 0-200 n. Chr.

1306 bis heute Historie der Belgenbacher Mühle
Die Mühle wird an sich im Volksmund als "Eicherscheider Mühle" angesehen, da sie unterhalb von Eicherscheid liegt, die Eicherscheider dort ihr Korn haben mahlen lassen, die späteren Eigentümer Kaulard in Eicherscheid wohnten und später die Erlöserkapelle als Heiligtum verehrt wurde. Auch der heutige Hauptweg zur Mühle kommt von Eicherscheid.
Der Belgenbach aber trennt heutzutage das Monschauer (wozu auch Imgenbroich als anderer Nachbarort der Belgenbacher Mühle gehört) Gebiet vom Simmerather (wozu Eicherscheid gehört) Gebiet. Die Belgenbacher Mühle gehört zu Monschau, die Erlöserkapelle auf der anderen Flusseite zu Simmerath.

1300 ca. ?
Trennung des Kirchenbezirks Simmerath von der Mutterpfarrei in Konzen. Alle Menschen von Simmerath mußten also bis ca. 1300 nach Konzen zur Kirche

1308
Im "Liber Valoris (Abgabenverzeichnis an den Kölner Erzbischof)" von 1308 wird Simmerath noch nicht als eigene Pfarre genannt. Wann die Pfarren getrennt wurden ist unbekannt. Trennung des Kirchenbezirks Simmerath von der Mutterpfarrei in Konzen zwischen 1308-1346.
Auf Berufung auf das alte Testament wurde schon bei den Juden das "Dezem", ab dem 5. Jahhundert von der Kath. Kirche eingeführt: Jeder Zehnt gehört dem Herrn". Zuerst in Landesessprodukten, ab dem 13. Jahrhundert auch in Geld. Der Zehnt wurde bis zur franz. Revolution ca. 1894 gezahlt.

1342
Die Gemeinde Simmerath wird erstmalig in einer Akte im Waldrecht erwähnt durch den "Hof zo Semmenrode"

1346.10.30
Erstmalige Erwähnung eines Pleban (Leutepriester, Pfarrer) an der Kirchengemeinde Semenrot (Simmerath). Dieses neben der Mutterkirche in Konzen. Pfarrgemeinde St. Johannes der Täufer zu Simmerath.

1346-ca.1700
Für diese Zeit gibt es so gut wie keine Quellen für die Pfarre Simmerath, da im 30-jährigen Krieg 1618-48 die Unterlagen der Pfarrgeschichte verloren gegangen sind.

1348 brach die Pest in Europa aus und vernichtete 1/3 der europäischen Bevölkerung. Welchen Einfluss das auf dieses Gebiet hat ist BT. unbekannt.

1435
Das gesamte Monschauer Land inklusive Simmerath fiel 1435 vom Herzogtum Limburg an das Herzogtum Jülich.

1522-1559
Aufgrund der größer werdenden Anzahl von Mitgliedern wird die Mutterpfarre Konzen in eine zweite Mutterpfarre Simmerath geteilt. Beide Pfarren waren damals noch sehr gross.
Zur Mutterpfarre Simmerath gehörten nun: Bickerath. Dedenborn. Huppenbroich. Kesternich. Kommerscheid. Lammersdorf. Mulartshütte. Paustenbach. Pleushütte. Rollesbroich. Rurberg. Steckenborn. Vossenack. Witzerath. Woffelsbach. Zweifall.
Da die Wege zur Mutterpfarre von diesen Ortschaften oft sehr weit waren, wollten diese nun alle kleine Kapellen oder Kirchen für die heilige Messe haben. Nachdem die Erzdioziöse Köln, der Aachener Marienstift, der Landesherr und der Pfarrer der Mutterkirche jeweils zugestimmt hatten, war das meistens möglich. Jedoch waren daran Auflagen des Bezahlens gebunden. Und Taufen, Trauungen und Beerdigungen durften nur in der Mutterkirche durchgeführt werden.

1543
Krieg des Herzogs von Jülich gegen den deutschen Kaiser.

1554
Im Monschauer Gebiet, vor allem in Simmerath, hatte das Täufertum ebenfalls große Verbreitung gefunden. Eine Liste aus dem Jahre 1554 nennt rund hundert geflohene Wiedertäufer namentlich, deren Güter eingezogen worden sind. Eine "Marie von den Steinen" wird wegen ihrer Zugehörigkeit zu den Täufern in der Rur ertränkt. In einem Bericht von 1555 an den Herzog von Jülich heißt es, daß viele Wiedertäufer aus der Herrschaft Schleiden nach Monschau kämen, wo sie ihre letzte Zusammenkunft gehabt und auch das Paaschlamm gegessen hätten. Aus einer Untersuchung des Herzogs im Jahre 1559 geht hervor, daß in der Öffentlichkeit das Täufertum durch die harten Strafen unterdrückt werden konnte, im verborgenen aber noch viele Anhänger gehabt hat. Aus dieser Zeit stammt, ohne genaue Datumsangabe, ein Bericht, den wahrscheinlich der katholische Pfarrer von Olef für Margareta von Plettenberg, Frau zu Trimborn (Dreiborn), aufgestellt hat. Es werden in diesem Bericht Wiedertäufer in Wolsiefen (Wollseiffen), Drymborn (Dreiborn), Etschelt (Ettelscheid) und Hyrhoin (Herhahn) genannt. In Einruhr (Uff der Roren) werden als Wiedertäufer bezeichnet "Item der nagelschmidt, item der lynenwever bey dem nagelschmidt, item der schoemacher". Alle diese Dörfer liegen dicht an der Grenze des Monschauer Gebietes; es scheinen also viele Täufer dorthin geflohen zu sein, wo zu jener Zeit die Unterdrückung vielleicht weniger hart war.
20.12.2007 B.T.: Quelle: Autor des Artikles "Wiedertäufer im Kreise Schleiden" ist 1954 Friedhelm Siebel, Schleiden.
http://www.wisoveg.de/wisoveg/heimatkalender-eu/2004b/34wiedertaeufer.html

1560
Zur Simmerather Pfarrei gehörten diese Ortschaften: Dedenborn. Kesternich. Kommerscheidt. Lammersdorf. Mulartshütte. Paustenbach. Rollesbroich. Simmerath. Strauch. Schmidt. Vossenack. Witzerath und Zweifall.

1636
1348 brach die Pest schon einmal in Europa aus und vernichtete 1/3 der europäischen Bevölkerung. Welchen Einfluss das auf dieses Gebiet hat ist BT. unbekannt. 1636 war hier ein erneuter Ausbruch der Pest.

1721
Noch in einem Visitationsbericht wird Simmerath als "ausgedehnteste Paffer zwischen Rhein und Maas" genannt. Vermutlich ist damit allerdings das "Dekanat Zülpich" gemeint mit den beiden Pfarren Simmerath und Konzen.

1732
Simmerath hat eine Kirche mit 8 Kapellen (S.131).

1780
Das Fachwerhaus von heute Sofia uns Ludwig Löhrer auf der Rollesbroicher Str.3 wird gebaut.
Jeder kennt dieses Haus durch die wunderschöne Blumenpracht von Frühjahr bis Herbst.

1781
Fachwerkhaus No. 63 neben Modehaus Haas wird gebaut.

1815
Nach der französischen Besetzung 1894-1814 fiel aufgrund des Wiener Kongresses Westfalen und die Rheniprovinz an die Preussen. Diese behielten wohl die fast "1000-jährige Verwaltung" des Monschauer Landes bei. Der Regierungsbezirk Aachen wurde in 12 Landkreise aufgeteilt. Vermutlich wurde wohl auch die alte Aufteilung der Gemeinden / Bürgermeistereien beibehalten. Der Landkreis Montjoie bestand 1816 aus 12 Bürgermeistereien, z.B.: Dedenborn (mit Hechelscheid, Rauchenaul, Seifenaul, Woffelsbach); Eicherscheid (mit Hammer); Höfen (mit Heidgen, Rohren); Imgenbroich (mit Conzen, Eschweid, Menzerath, Mützenich, Widdau).

1944-45
Die Krieger-Mahnmale des ersten und zweiten Weltkrieges der einzeln Ortschaften zeigen die vielen Namen der Gefallenen der Dörfer. Ab Septemer 1944 wurden ganze Ortschaften am Westwall hier erst zerbombt bevor die allierten Truppen einmarschierten.

1950.09.17
Pastor von Dechant Roeben A. Moritz
. Eingeführt in der Notkirche (heutiges Pfarrheim). Blieb 30 Jahre in Simmerath und wurde Ehrendechnat.

1972.01.01.
Der Kreis Aachen und einige Gemeinden werden neu gegliedert. Die selbständigen Gemeinden der Ämter Simmerath (Lammersdorf und Simmerath) und Kesternich (Kesternich und Rurberg, Steckenborn und Strauch), die Gemeinde Eicherscheid aus dem Amtsverband Imgenbroich und die Ortschaft Einruhr aus der amtsfreien Gemeinde Dreiborn werden zu der neuen Gemeinde Simmerath zusammengeschlossen.

Eine Vorstellung Simmeraths gibt es auch in der website: http://www.kreisgebiet-aachen.de
http://de.wikipedia.org/wiki/Simmerath

2002.12.30  Gemeinde Simmerath Die Gemeinde Simmerath besteht aus 17 Ortschaften mit insgesamt 15.452 Einwohnern. Hammer hat 61 männliche und 62 weibliche Einwohner. Insgesamt 123. Dazu Personen mit zweitem Wohnsitz: 65. Alle zusammen leben in 47 Haushalten. Gesamtzahl 188. Das stand in der Zeitung

05.04.2005 Ca.
Der neue, geplante Flächennutzungsplan von Dedenborn (1990 nur 408 Bürger.
In 2005 ca. 450 Einwohner) und Hammer (ca. 200 Einwohner mit 1. + 2. Wohnsitz) für die nächsten 15 Jahre wurde der Bevölkerung vorgestellt.
Ein geschätzter / berechneter maximaler Bevölkerungszuwachs mit 1. Wohnsitz soll in Hammer bis 2020 17 Personen sein. Das Gemeindezentrum von Dedenborn war gefüllt. Bürgermeister Hubert Breuer leitete Gespräch und Diskussion. Jürgen Förster (Bauleitplanung) erklärte recht gut die bestehenden und zukünftigen Nutzungen. Der selbständige Planer Bernd Becker hatte - aufgrund der Zahlen des 1. Hauptwohnsitzes von der Gemeinde - die Berechnungsgrundlagen geliefert. 1970 gab es in der gesamten Gemeinde Simmerath ca. 11.000 Bürger. Ca. 2005 sind es 15.657 (plus 16 %). Defacto ist in Hammer kaum Baubedarf, da die Bevölkerungszahlen sich kaum verändern. In Hammer soll eine Fläche östlich oberhalb des Rittweges und eine kleine Fläche zwischen Grünentalstrasse und Abzweigung der Landstrasse nach Eicherscheid als neues Bauland angeboten werden.


22.05.2005 (Sonntag)
Wahl in NRW (Nordrheinwestfalen).
Alle diese vorläufigen Wahl-Endergebnisse am 23.05.2005 entnommen:
http://www1.regioit-aachen.de/wahlen/landtagswahl/default.asp

Hammer ist Stimmbezirk 1602
121 stimmberechtigte Bürger in Hammer
Gemeinde Simmerath Vergleich/Gewinne und Verluste Stimmbezirk-Ergebnis:
1602 - Hammer (Wahlkreis 004) Wahlberechtigte: 121 BürgerInnen. Wahlbeteiligung: 59,50%

Wähler: 72. Gültige Stimmen: 72: Ungültige Stimmen: 0

Partei  Stimmen   %
S P D  07             9,72 %
C D U  56          77,77 %
F D P  03             4,16 %
GRÜNE 02          2,77 %
Sonstige 04        5,55 %
Aufschlüsselung Sonstige: R E P (0 Stimmen. 0,00 %). N P D (0. 0,00 % ). P D S (2. 2,77 %) Ö D P( 0. 0,00 %). UNABH.( 1. 1,38 %). WASG (1. 1,38 %).

Zum Vergleich die Daten aller 20 Ortschaften der Gemeide Simmerath:
Gemeinde-Ergebnis.
Gemeinde Simmerath Vergleich/Gewinne und Verluste Vorläufiges Endergebnis:
Wahlberechtigte : 11.770 Gültige Stimmen: 7.982 Ungültige Stimmen: 114 Wähler: 8.096 Wahlbeteiligung: 68,78 %

Hammer Partei Stimmen %
S P D  07              9,72 %
C D U  56           77,77 %
F D P  03              4,16 %
GRÜNE 02          2,77 %
Sonstige 04        5,55 %

Simmerath
S P D  1831       22,93 %
C D U  4692       58,78 %
F D P    593         7,42 %
GRÜNE 411        5,14 %
Sonstige 455      5,70 %

22.-23.05.2005
Frühjahrsmarkt in Simmerath.


31.12.2007 in Simmerath Gesamteinwohner der 17 Ortschaften: 16.983
Hauptwohnung: 2723
Nebenwohnung: 114
Gesamt: 2837 Menschen

01.01.2006 Zur Entstehung dieser Detailseite:
Bei der Beschäftigung mit der "Geschichte von Hammer" kam ich (Bernd Tesch) seit Ende 2005 nicht wesentlich weiter. Daraufhin kam ich auf die Idee, zum besseren Verständnis der Vorgänge hier, die Chroniken der Nachbarorte im Rurtal und der näheren Umgebung nachzulesen. Zu meinem ganz grossen Erstaunen fand ich, dass im Internet zwar "fast" jedes Dorf hier eine website-Adresse hat, diese aber vorwiegend NUR zu gewerblichen / touristischen Zwecken genutzt wird. Bei einigen wesbites gibt es einige wenige Sätze zu der Geschichte, aber auch nirgendwo eine tiefergehende / komplette Seite. Bei den meisten dieser websites aber gibt es nicht einmal diese wenigen Sätze.
Meine Versuche, die "Fachleute der Geschichte des Ortes" in den einzelnen Dörfern zu finden, wurden immer aufwendiger. Aber führten oft zu interessanten Gesprächen. Leider aber auch zu den Ergebnissen, dass in so gut wie keinem Ort die "Geschichte von Beginn bis Heute" aktuell aufgeschrieben ist. Weder in einem Aufsatz noch im Internet. In wenigen Büchern gibt es Teilbeiträge bis zum Erscheinungsjahr des Buches.

Es gibt also noch viel zu tun ! Ich freue mich über jeden Beitrag und Baustein. Wesentliche Beiträge werden selbstverständlich mit Namen versehen.

Bitte bei Bernd Tesch melden, wer hier etwas hinzufügen könnte.

Detailseite der website: http://www.hammer-eifel.de von
Copyright: Bernd Tesch