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Letzte Bearbeitung: 11.12.2008


Kalterherberg (Kalderherberich (1550). Kaldenherberg (1650). Calderherberg)


Im Volksmund der umliegenden Dörfer heissen die Kalterherberger auch "Oxen", weil sie so stur sind.

www.Kalterherberg.de


Aus www.wikipedia.de :
Kalterherberg
ist ein südwestlicher Stadtteil von Monschau im Kreis Aachen mit 2.432 Einwohnern (31. Dezember 2006). 1972 wurde der bis dahin selbstständige Ort, nach Monschau eingemeindet. Der Name charakterisiert den Ort. Direkt am Hohen Venn gelegen, bekommt dieser Grenzort zu Belgien als erster das schlechte und kalte Wetter ab. Haushohe Buchen-Windschutz hecken verschaffen Abhilfe; Kalterherberg ist ein typisches Beispiel für das Monschauer Heckenland . Die erste Urkunde in der Kalterherberg genannt wird, trägt das Datum vom 1. Mai 1334. In diesem Jahre verkauften Johannes Payzsche und seine Frau Alleidis in "Kaldeherberich" dem Kloster Reichenstein eine jährliche Geldrente, und setzten ihre Güter zu Kalterherberg als Pfand ein. Die Schöffen und der Forstmeister von Konzen bestätigt diesen Handel. In der Aachener Stadtrechnung von 1385 wird ebenfalls Kalterherberg in Zusammenhang mit einem "Thiis van der Kalden Herbergen" erwähnt. In einer weiteren Urkunde von 1391 taucht der Name "Kalde Herberge" auf. Um 1550 gab es bereits eine Kapelle die dem Hl. Lambertus geweiht war. Beim Durchwandern des Dorfes kann man die typischen Hausformen der Venndörfer bewundern: das auf eine Urform zurückgehende Steinhaus mit Kamin und Eingang im Giebel bei beidseitig tief herunter gezogenem Dach, sowie die fränkische Form mit dem Eingang an der Längsseite und dem mitten im Haus stehenden Kamin, ferner ein aus Torflagerhallen entwickeltes Langhaus. Auffällig ist die zweitürmige große Kirche, Eifeldom genannt, erbaut 1904. Am 13. Mai 2002 wurde Kalterherberg während der zweiten Etappe des Giro d'Italia durchfahren.



Kalterherberg.
Das Venn. Gemälde von Bachmann in 1910. Repro von B.T. in Nideggen von B.T.

Kalterherberg liegt mit 650 m Höhe über N.N. sehr hoch und ist daher auch oft als sehr kalter Ort durch die Wetterberichte im Fernsehen bekannt. Der Ort liegt an der Grenze Deutschlands, der Eifel, des Hohen Venn und den Ardennen. Durch seine geographische Grenzlage ist er wohl auch entstanden.

Geschichte von Kalterherberg. Chronik von Kalterherberg (1334 erstmalig erwähnt)


1238
Ein Gasthaus "Kaldeherberich" existierte. Von einem Dorf gibt es noch keine Kenntnis. Es gab Kalterherberg den Namen.

1238-1334
Grosse Rodungen um Kalterherberg

1334
Kalterherberg ältestes schriftliches Zeugnis als "Kaldeherberich".

1361
Höfen, Imgenbroich, Kalterherberg und Mützenich werden in einem Tauschvertrag erstmals erwähnt.

1550
Kapelle erstmalig beurkundet.

1688
Aufstellung eines 1,5 hohen Taufsteins mit der Aufschrift "Calderherberg"

1693
Kapelle bekommt Turm und Sakristei.

1721
Kalterherberg hatte 126 katholische Familie mit 460 Osterkommunikation.

1748.09.03
Pfarrer Merkelbach aus Konzen schreibt an den Bischof an Köln: Kalterherberg ist "eine Herde ohne Hirte".

1768
Turm wird renoviert. Die Kapelle bekommt ein neues Langhaus und eine neue Sakristei

1767- 1769
Bau der Kirche mit einem Turm

1792
Das Rektoratsgebäude geriet in Brand und vernichtete wertvolle Archivalien.

1798-1800
Das Bürgermeisteramt geriet in Brand und vernichtete die dort aufbewahrten älteren KIrchenbücher als wertvolle Archivalien.

1814
Beginn der Gemeindechronik von Kalterherberg.

1823.06.04
Der Unterförster Johann Vanderwersch von Klaterherberg tötet in Stellerholz eine alte Wölfin, welche auf die nicht mehr weit entfernten Schafe wollte.

1885
Kalterherberg hat 1885 Einwohner

1870-71
Deutsch-Französischer Krieg

1872-1879
Kulturkampf in Deutschland. Ziel: Die Preußische Regierung will die Kirche der staatlichen Oberhoheit unterordnen. Trotz "Brotkorbgesetz" ( = Streichung der Gehälter von Priestern, die die Kulturkampfgesetze nicht anerkannten. Daher mußte die Bevölkerung den Priester in Kalterherberg mit versorgen) gelingt das nicht.

1888.06.
Im Juli fiel noch einmal Schnee in Kalterherberg (650 m Höhe). Durchschnittliche Schneetage sind 60 im Jahr.

1895-1904
Die bisher größten gemessenen durchschnittlichen Scheehöhen waren 60-70 cm.

1897-1901
Bau des "Eifeldoms" mit zwei 42 m hohen Türmen im spätromanischen Stil aus wetterfestem Bruchstein. Architekt war der Kölner Theodor Cremer. Motor war der Pfarrer (in Kalterherberg 1869-1914) Gerhard Arnoldy. Die Pfarre St. Lambertus ist benannt nach dem ersten einheimischen Bischof, genannt Lambert oder Landebert 640-705 n. Chr. Sein Wirken 40 Jahre als Bischof von Maastricht aus hat wohl stark zur Christianisierung des Landes hier beigetragen (siehe Literatur). 06.05.1900 Einsegnung des Eifeldoms in Kalterherberg.

1902
Die alte, zu kleine Kirche wird abgerissen.

1908
Der Vogelfang wird in Deutschland verboten. Seit jeher hatten auch die Kalterherberger im Frühjahr und Herbst bei den durchziehenden Schwärmen insbesondere die "Krammetsvögel" (Drosseln) gefangen. Dabei haben sie Netze gespannt und rote Vogelkirschen als Köder ausgelegt. Als Lockvögel hatten sie an Schnüren festgebundene Vögel, die die anderen anlockten. Dabei saß ein Mann in einem Naturhaus nebenan. Diese Vögel waren ein beliebter Leckerbissen und daher war es ein einträgliches Geschäft. Kalterherberger Fuhrwerke brachten sie in die Städte z.B. nach Köln.

1914-18
48 Tote infolge des 1. Weltkrieges

1921
Grosser Vennbrand bei dem unendlich viel wertvoller Brennstoff Torf vernichtet wurde. Aus jeden Haushalt in Kalterherberg (Es gab 823 Männer und 932 Frauen) mußte ein Mann zum Löschen antreten. ERst der Schnee zu Weihnachten hat die letzten Feuerherde gelöscht.

1925
Bau der Norbertus-Kapelle in der Nähe von Gut Reichenstein

1928-30
Bau einer neuen Schule hinter dem "Eifeldom". Bau der heutigen Grundschule Kalterherberg (mehrmalige Erweiterung ab 1951).

1938
Kalterherberg hat 2000 Einwohner

1944.10.08
Kalterherberg wird durch die Amerikaner evakuiert.

1945
162 Tote infolge des 2. Weltkrieges

31.12.1971
Der Kreis Monschau, die Ämter Imgenbroich und Kalterherberg werden aufgelöst; die bisherigen Gemeinden Höfen, Imgenbroich, Kalterherberg, Konzen, Monschau, Mützenich und Rohren verlieren ihre Selbständigkeit.

01.01.1972
Kommunale Neugliederung (Höfen, Imgenbroich, Kalterherberg, Konzen, Monschau -Altstadt-, Mützenich und Rohren bilden die neue Stadt Monschau).

2005
"Hof-Cafe"
wird neben dem alten Vennhaus eröffnet. Mit Liegewiese. Inhaber Paul Schubert und Inge Aykut. Monschauer Str.11, 52156 Monschau. Tel. 01751996786. Geöffnet: Mo-Fr ab 15.00 Uhr. Sa: 12.00 Uhr. Sonntag Frühstück an 10.00 Uhr. Paul hat diese Haus von ca. 1806 (1822 ??) vor 26 Jahren gekauft. Unser 1. Besuch / Beschreibung siehe 18.06.2006
.

2006.06.1
8
Eifelrundfahrt Hammer > Mützenich > Gut Reichenstein > Kalterherberg > Hammer
 
2006.06.18
von
Patricia Govers-Tesch und Bernd Tesch.
Eine Rundfahrt durch die Eifel lohnt sich immer. Besonders, wenn das bewölkte, sommerliche Wetter dazu einlädt und es Sonntag ist. Bei "Gut Reichenstein" kann man schön "Spazierengehen, sich bewegen, etwas für die Gesundheit tun" ! Also, hinein in meinen Uraltpassat (335.000 km).
   
In Kalterherberg haben wir - nach all unseren Aktivitäten - nun wirklich einen Kaffee verdient. Durch Zufall entdecken wir an der Hauptstrasse ein "Hof-Cafe". An einem Vennhaus von ca. 1822 ist so ein bescheidenes Schild angebracht und im seitlichen Hof kann an zwischen einigen Gerichten und Kuchen auswählen. Man sitzt draussen und bei Regen im Stallgebäude. Ein älterer Herr "Paul" Schubert mit grauem Haar und Pferdeschwanz bedient uns sehr freundlich mit Salat, Kaffee. Kurz vorm Gehen bitte ich noch zwei Unbekannte an unseren Tisch. "Ich bin Alfons aus Eicherscheid" - mit seiner Frau. Es stellt sich heraus, dass Alfons einer der Gründer des "Motorradclubs Eicherscheid" in 1975 ist. Na denn müssen wir uns noch einen Kuchen leisten... Wollten wir uns heute nicht "bewegen und abnehmen" ?? Erneut wir wollen gerade gehen als ein Rennfahrer einfährt. "Günther", Besitzer des Campingplatzes Perlenau, hat gerade 60 km gefahren. Muss das mit 60 gleich 60 km sein..??
   Wir kommen wirklich noch nachhause. Ein paar mitgebrachte Hainbuchenpflanzen einsetzen und zwei Farne aus dem Wald bei uns einsetzen. Ach, eigentlich hätten wir genug Arbeit gehabt...

29.07.2008 Oma´s Cafe schließt leider
Martina Sperling,
geboren in Mützenich, verheiratet mit Glaser "KD" und wohnhaft in Kalterherberg
muss man mal kennengelernt haben. Sie strahlt immer Zufriedenheit aus und ist voller Ideen. So eröffnete sie ab 15.11.2007 an der Durchgangstrasse Monschau > Kalterherberg > Malmedy "Oma´s Cafe". Die Einrichtung wurde sehr gemütlich mit Sachen aus den 50ern und späterer Zeit zusammengestellt. Und der Kaffee und Kuchen schmeckte auch sehr gut. Aber wie viele Besucher braucht man, die Kaffee / Kuchen verzehren, um alleine die monatliche Miete zu zahlen ??
Genau wegen dieser Diskrepanz schloß Martina : "Der Versuch war es wert", waren ihre Abschiedsworte. Wir hätten sie gerne weiterhin besucht !



13.05.2006 Dank an Hans-Georg Lauscher aus Kalterherberg, der im Bauernhaus Ruithaus, eines von zwei Pachthäusern von Kloster Reichenstein, forscht und Bücher schreibt.
18.06.2006 Dank an Paul Schubert für Hinweise zum Vennhaus und Literatur.
21.06.2006 Dank an Martina Sperling, Buchautorin aus Kalterherberg, für Literatur.
23.07.2007 Dank an Steffen Heinz für wikipedia-Text-Hinweis


Literatur zu Kalterherberg:

Berghes, Carl von de

Eine Broschüre "Skizzen über Monschau und das Monschauer Land vor neunzig Jahren (1846) ". Mit kleinen Beiträgen auch zu Imgenbroich. Höfen. Kalterherberg. Konzen. Monjoie. Mützenich. Pleushütte. Roetgen. Tuchfabriken generell. Zweifall. Geschrieben wohl 1846. Neu herausgegeben vom Geschichtsverein des Kreises Monschau 1954. Ein Original befindet sich im Monschauer Archiv. Karl Schütt hat das überarbeitet. Bezug in A 5 mit 66 Seiten von Karl Schütt. Hoarstatt 4. 52156 Monschau-Mützenich. Tel: 02472/4994.


Pfarre St. Lambertus Kalterherberg.
Hundert Jahre Eifeldom 1901-2001. Die Kalterherberger und ihre Kirche. Rekation Rainer Mertens. Bezug in 2006: Pfarrbüro neben der Kirche in Kalterherberg.
Luckmann, Rudolf. Vennhäuser. 1991, ISBN 3-88094-677-9. Dieses Buch ist eine Disseration mit sehr genauen Untersuchungen ud auch allgemeinen Übersichten. Es enthält meistens Häuser aus Höfen. Monschau, Klaterherberg. Keien Häuser in Hammer untersucht.

Martina Sperling. "13 Kinder. 11 Geschwister". ISBN  3-89846-151-3. € 09,80. Tel.: 02472-7213.

Inge Huppertz. "Merr var lange Stroß". Buch über die Lebensgeschichte ihres Vaters Alfons Andres und dessen Geschwister (Geb. 1931-40). Ein Beispiel für die Lebensumstände einer normalen Eifeler Familie von 1930-1965. € 10,90. 124 S. Bezug in 2008: Tel. 02472-4431. merrvarlangestross@web.de


01.01.2006 Zur Entstehung dieser Detailseite:
Bei der Beschäftigung mit der "Geschichte von Hammer" kam ich (Bernd Tesch) seit Ende 2005 nicht wesentlich weiter. Daraufhin kam ich auf die Idee, zum besseren Verständnis der Vorgänge hier, die Chroniken der Nachbarorte im Rurtal und der näheren Umgebung nachzulesen. Zu meinem ganz grossen Erstaunen fand ich, dass im Internet zwar "fast" jedes Dorf hier eine website-Adresse hat, diese aber vorwiegend NUR zu gewerblichen / touristischen Zwecken genutzt wird. Bei einigen wesbites gibt es einige wenige Sätze zu der Geschichte, aber auch nirgendwo eine tiefergehende / komplette Seite. Bei den meisten dieser websites aber gibt es nicht einmal diese wenigen Sätze.
Meine Versuche, die "Fachleute der Geschichte des Ortes" in den einzelnen Dörfern zu finden, wurden immer aufwendiger. Aber führten oft zu interessanten Gesprächen. Leider aber auch zu den Ergebnissen, dass in so gut wie keinem Ort die "Geschichte von Beginn bis Heute" aktuell aufgeschrieben ist. Weder in einem Aufsatz noch im Internet. In wenigen Büchern gibt es Teilbeiträge bis zum Erscheinungsjahr des Buches.

Es gibt also noch viel zu tun ! Ich freue mich über jeden Beitrag und Baustein. Wesentliche Beiträge werden selbstverständlich mit Namen versehen.

Bitte bei Bernd Tesch melden, wer hier etwas hinzufügen könnte.

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02.01.2006 Erste Bearbeitung (C) dieser infos und Seite: Bernd Tesch