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Letzte Bearbeitung: 28.03.2009
Postkarten
und Fotos von der Belgenbacher Mühle in Eicherscheid
Dieses
sind Fotos / Postkarten / Skizzen der Belgenbacher Mühle von Eicherscheid / Monschau aus verschiedenen
Sammlungen. Leider ist das genaue, manchmal sogar das ungefähre Datum der
Postkarten unbekannt.
Falls jemand genaue Daten weiß oder noch andere
Darstellungen der Mühle besitzt, bin ich dankbar für jede Unterstützung.

Foto: 1971. Blick auf die Belgenbacher Mühle
Rückseite:
Klaus Korr, Verlag. Brand-Aachen. Korr-Foto 872 / 71.
Ausserdem:
Belgenbacher Mühle und Jugendherberge in Eicherscheid. Verlag Josef Hammerschmidt.
5109 Eicherscheid. Spiel und Geschenkartikel
Postkarte
aus Sammlung von B. Tesch
1306 Belgenbacher Mühle
Vermutet wird, dass die Belgenbacher Mühle in Eicherscheid einige Jahrhunderte älter ist als 1306. Allerdings soll sie weiter höher, unterhalb des Heppenbüschel (Flurname) gestanden haben. Reste will man gefunden haben. Zur Unterscheidung zur heutigen Belgenbacher Mühle soll sie Alt-Belgenbacher Mühle heissen.
ab 1300
1306 Erstmalige Erwähnung der Alt-Belgenbacher Mühle. In einem Vertrag zwischen dem Grafen Reinhard von Montjoie und Falkenburg.
1300-1700 Die Mühle ist eine von vier Bannmühlen: Eigentum des Landesherrn, der den Dörfern vorschreibt, wer wo sein Korn zu mahlen hat. Zu dieser Zeit hatten nur die Landesherrn das Geld, um die aufwendige-kostspielige Technik für Mühlen zu bezahlen. Damit sie diese Investitionen zugunsten der Bevölkerung / Bauern auch wieder erhielten, mussten die Bauern jeweils in bestimmten Mühlen mahlen lassen.
ab 1400
1469 Herzog Wilhelm zu Jülich verpachtet die Alt-Belgenbacher Mühle an Arnolden von Dornscheid (Ortsteil und Flurname von Eicherscheid) auf 24 Jahre. Pacht: 13 Malter Hafer sind nach Montjoie zu liefern.
ab 1500
1541 Lukas von Lauterbach wird mit der Streubersgut in der Lauterbach belehnt.
1543-44 Im Jülich-Gelderschen Erbfolgekrieg brannten die Belgenbacher und Tiefenbacher Mühlen zum Teil ab. Die Mühle in den Callen wurde so stark beschädigt, dass sie acht Monate nicht mahlen konnte.
1544.12.06 Herzog Wilhelm zu Jülich und Berg verpachtet die Belgenbacher (oder Call-Mühle?) Mühle an Lukas von Lauterbach für 24 Jahre. (Der Vertrag wurde im originalen Wortlaut im Eremit Jahrgang 38 von 1964 abgedruckt)
Ab 1544 waren also das Streubersgut und die Belgenbacher Mühle in Lehen und Pacht der Familie Lauterbach.
1563 Herzog Wilhelm zu Jülich und Berg verpachtet das Gut an Arnd von Lauterbach.
1580 Herzog Johann Wilhelm zu Jülich und Berg verpachtet an Sohn Peter Lauterbach. Die Familie Lauterbach hatte das „von“ - wie viele in dieser Zeit – aufgegeben.
ab 1600
1622.05.21 Pfalzgraf Wolfgang Philipp zu Jülich und Berg verpachtet erneut an Peter Lauterbach.
1627.04.28 Pfalzgraf Wolfgang Philipp zu Jülich und Berg verpachtet an Arnold Lauterbach.
1647.07.20 Pfalzgraf Wolfgang Philipp zu Jülich und Berg verpachtet an Sohn (Mündel) Peter Lauterbach.
1669.12.09 Pfalzgraf Philipp Wilhelm zu Jülich und Berg verpachtet an Arnold Lauterbach.
1676.12.09 Pfalzgraf Philipp Wilhelm zu Jülich und Berg verpachtet an Arnold Lauterbachs elternlose Kinder Maria und Gertrud Lauterbach. Gertrud Lauterbach heiratet Matthias Müllenmeister.
ab 1700
1704 Neubau. In der Belgenbacher Mühle gibt es einen Baustein mit diesem Datum (laut Pfarrer Josef Bayer 1957)
1707 Pfalzgraf Philipp Wilhelm zu Jülich und Berg verpachtet an Witwe (Gertrud) Matthias Müllenmeister und Kinder.
1716 Pfalzgraf Karl Wilhelm zu Jülich und Berg belehnt und verpachtet an Matthias Jean Müllenmeister.
1716 Die Belgenbacher Mühle bekommt den neuen Pächter, Schultheis und Rentmeister Johann Wilhelm Bewer (Breuer) aus Bickerath.
1729.08.20 Die Hermeshammer-Mühle (Seit 1701-02 Mahlmühle) wurde dem Pächter der Belgenbacher Mühle, Johann Wilhelm Breuer, verpachtet.
1771.05.24 Sohn Qurin Breuer (aus Bickrath) heiratet Agnes Roedig (aus Hammer). Sohn Ger(h)ard
1792 Erbpachtvertrag für Belgenbacher und Hammermühle geht von Pächter „Schultheis Jean Wilhelm Breuer aus Bickerath“ auf Sohn Quirin Breuer über. Jedoch wurde Roetgen aus der Bannmühle Belgenbach entlassen (kam zu Zweifall).
Zu dieser Zeit waren die Mühlen in den Callen (Calltal), (T)Diefenbach, Belgenbach und Hermeshammer in der Hand der Familie Breuer.
1798 Sohn Ger(h)ard Breuer (geb. 04.10.1771) heiratet 1798 Gertrud Stollenwerk (geb. 17.11.1782 in Kesternich).
ab 1800
(1800) -1803 Zwischen 1300-1700 gab es im Amte Montjoie nur vier Bannmühlen (Ewald Fink, 1981): Tiefenbacher Mühle, Mühle in den Callen (Calltal), Mühle in der Belgenbach, Eifferstmühle in Montjoie. Die Hammermühle kommt seit 1701 als Mahlmühle dazu. Bis 1803 war die Belgenbacher Mühle (vermutlich auch die Hermeshammer-Mühle) Eigentum des Landesherren und daher eine Bannmühle. Das bedeutet, dass ganz bestimmte Dörfer an einer bestimmten Mühle ihr Korn mahlen lassen mussten.
1803 Die französische Besatzungsmacht verkauft / versteigert die fürstlichen Güter. 1803 erwerben Quirin Breuer und Sohn Gerard Breuer die Belgenbacher und Hammer Mühle in Aachen bei "brennden Lichtern".
Gerard Breuer hatte vier Töchter und einen Sohn:
Agnes Breuer (03.04.1799, heiratet 11.05.1822 Martinus Kaulard, Uhrmacher und Ackerer zu Eicherscheid).
Anna Katharina Breuer (20.08.1904, heirate 25.04.1828 den Witwer Wilhelm Heinrich Schreiber aus Konzen)
Maria Katharina Breuer (27.12.1807. Heiratet 23.08.1833 den Witwer Johann Peter Isaak. Ackerer zu Imgenbroich)
Maria Gertrud Breuer (geb. 08.12.1809. Heiratet am 23.08.1833 Johann Müllenmeister (aus Conzen), genannt "Moellisch Theis“ von Streubers Gut."
Quirin Breuer (der lang ersehnte Enkel und Stammhalter, geb. 10.12.1813. Gest 29.04.1814) starb schon mit fünf Monaten.
1833.08.23 Mit der Aussteuer von 3.000 Thaler übernahmen Maria Gertrud (geb. Breuer) und Johann Müllenmeister (gest. 08.09.1837) die Belgenbacher Mühle. Dieser stirbt vier Wochen nach der Geburt des einzigen Kindes, Sohn Johann Heinrich Müllenmeister (Geb. 12.08.1837, gest. ??). Die jung verwitwete Mutter (28) Maria Gertrud heiratete nicht mehr, sondern erzog Kind und hielt Mühle und Landwirtschaft aufrecht. Der Handwerker und Kaufmann Sohn Johann Heinrich Müllenmeister übernahm die Mühle früh und brachte sie auf den neusten Stand. Aber Johann Heinrich Müllenmeister war der letzte Müller der Belgenbacher Mühle.
1862.05.07 (oder 05.11) Johann Heinrich Müllenmeister heiratet am 07.05.1862 Anna Gertrud Heinrichs (aus Eicherscheid). Sie hatten vier Töchter und einen Sohn:
Anna Gertrud Müllenmeister (Verstarb mit 17 Jahren)
Anna Katharina Müllenmeister (geb. 04.03.1865. Heiratet 20.01.1892 Hermann Kaulard, Ackerer zu Eicherscheid, gest mit 95 in 1960 in Eicherscheid).
Anna Karoline (geb. 27.10.1867. Heiratet in zweiter Ehe Alois Lauscher (Landwirt zu Rohren. Gest. 1957).
Anna Maria Müllenmeister (genannt "Moellesch Marieche". Geb. 12.07.1875 in Belgenbacher Mühle. Gest. >1965) heiratet erst 10.01.1908 Johann Anton Fink (geb. 25.05.1880 in ??, gest. 12.07.1944 in Eicherscheid. Stellmacher und Ackerer zu Eicherscheid). Wohnten in Eicherscheid 7. 52152 Eicherscheid (Haus existiert am 05.04.2005. Im Nachbarhaus bei Joachim Gostek ist der Grabstein von Anton Fink eingemauert). Ein Sohn Müllenmeister und seine Mutter Gertrud Müllenmeister starben 1877 bei der Geburt. Dieses war ein harter Schicksalsschlag für den Müller Johann Heinrich Müllenmeister, der vier junge Mädchen zu versorgen hatte.
Anna Maria (geb. Müllenmeister) und Anton Fink (gest.12.07.1944) waren die letzten Müller der Hammer-Mühle bis ca. 1945 / 1946
1892-1926 Zusätzlich zur Mahlmühle gabe es noch ein Sägewerk.
ab 1900
1910 Molkerei in Eicherscheid wird in Betrieb genommen
1911 Elektrische Mühle wird in Eicherscheid in Betrieb genommen
1926 Die Eicherscheider und teilweise Imgenbroicher mahlen in der Belgenbacher Mühle bis ungefähr 1926. Die zunehmende Umstellung der Bauern auf Milchwirtschaft (sie bekamen erstmalig regelmäßig Geld), die Einrichtung einer nahen Molkerei 1910 und die Errichtung einer elektrischen Mühle in Eicherscheid 1911 machten den beschwerlichen An- und Abweg mit Eseln umständlich und beschwerlich. Vielleicht auch unwirtschaftlich. Maria Scheidt (81) aus Eicherscheid erzählte B.T. am 09.05.2007, dass sie noch aus Erzählungen von der Mutter ihres Mannes weiß, das Eicherscheider ihre Kornsäcke auch auf dem Kopf hoch und runter zur Mühle getragen haben !
1931 Die älteste Tochter von Johann Heinrich Müllenmeister, Anna Katharina Müllenmeister (geb. 04.03.1865 in Belgenbacher Mühle, gest. ??) heiratet 20.01.1892 Hermann Kaulard, Ackerer zu Eicherscheid, gest. mit 95 Jahren in 1960 in Eicherscheid). Die Eheleute Kaulard verpachten die seit 1926 endgültig stillgelegte Mühle an die Pfarre St. Peter Aachen für Seelsorge und Unterkunft als Jugendheim bei Ferienwanderungen. Initiator dafür waren in erster Linie Pfarrer Josef Bayer (ab 1946 Pfarre von Schmidt) und der Pfarrer von Dedenborn, Arnold Esser. Umbau der Mühle.
1932 Christi Himmelfahrt: Einweihung als Jugendheim für 25 Jugendliche. Die Jugendlichen und Gruppen waren begeistert von den dort erlebten Abenteuern. Milch wurde beim Bauer Wörl in Eicherscheid geholt.
1934.08.12 Aufgrund der Idee und Initiative von Pfarrer "Jupp" Bayer wurde das Erlöserkappelchen nach den Plänen des Reg.-Baumeisters Felix Kreusch gebaut und am 12.08.1934 mit vielen Menschen eingeweiht.
1935.03.18 Josef Bayer liesst in der Kapelle seine erste Messe, zwei Tage nach seiner Priesterweihe.
1935 Die Gestapo aber schloss die Belgenbacher Mühle bald in 1935 unter dem Vorwand unhygienischer Trinkwasser-Verhältnisse. Kaplan Wirtz von St. Peter Aachen betreute die Mühle bis nach dem Krieg mit einigen getreuen Katholiken.
1937 Obwohl katholische Jugendverbände verboten waren, traf sich hier die Jugend von Eicherscheid zu einem Jugendbekenntnistag an der Kapelle. Letzter grosser Tag vor dem Krieg.
1944 Herbst. Die deutschen Soldaten machen die Erlöser-Kapelle zu einem Unterstand.
Als die Eifel Kampfgebiet wurde mußten auch einige Eicherscheider, die hier Unterkunft / Schutz gesucht hatten, die Mühle verlassen.
1944. Belgenbacher Mühle. Genannt auch Eichenscheider Mühle. Foto Walter Scheibler. Archiv Kreis Aachen.
1944-45 Starker Artilleriebeschuss zerstört fast völlig das Dach sowie die Scheune der Mühle.
1945-46 Die Kaulards vermieten die Belgenbacher Mühle via Pfarrer, genannt der "Mokkapastor", Josef Bayer (geb.10.07.1911, machte Ende der 1930er die Mühle zu einem besonderen Jugendtreff, Pfarre ab 1939 in Eilendorf, gest. 16.11.1984 in Eilendorf) an die Kirche. Auch mit Mitteln der öffentlichen Hand wird der Wiederaufbau betrieben.
1946 Bald nach seiner Rückkehr aus russischer Kriegsgefangenschaft bemühte sich Pfarrer Josef Bayer wieder um den Aufbau der Mühle und Kapelle mit vielen Helfern auch aus Eicherscheid.
1947.03.31 Pfarrer Josef Bayer mietet die Mühle von den Kaulards zum Zwecke eines Landheims für Jugendliche, da die Pfarre St. Peter in Aachen die Kosten für ein Jugendheim nicht tragen kann. De Pächter Bayer setzt Franz Hohmann dort in der Mühle wohnend als Verwalter ein.
1950.08.13 Weihbischof Prof. Dr. Hünemann weiht den Altar der Erlöser-Kapelle.
1951-52 Das Mahlwerk wird entfernt und die Mühle zum Privathaus als Jugendheim umgebaut.
1952.05. Der Pächter Pfarrer Bayer setzt Wilhelm Offermann als Verwalter ein, der in der Mühle wohnt..
1954.06. Die Familie Kaulard überträgt die Mühle als Eigentum auf Pfarrer Josef Bayer zugunsten katholischer Seelsorge der Jugendlichen.
1955 Bei nur 25 Plätzen konnten hier 1955 immerhin 3600 Übernachtungen gezählt werden.
1957.07.17 Der Pächter Pfarrer Bayer setzt Herbert Offermann und seine Frau als Verwalter ein, die in der Mühle wohnen..
1964.10.12 Frau Minges aus Imgenbroich übernimmt die Verwaltung der Mühle. Sie war zwar tagsüber dort, aber übernachtete dort nicht. Als sie ausschied fand sich kein geeigneter Nachfolger als Verwalter.
1964.10.15 Josef Bayer verkauft die Mühle an die Diözese Aachen. Die Mühle war nicht mehr als Landjugendheim zu halten. Die Jugendlichen wollten so ab 1957 in die Ferne und Gruppen waren nicht mehr zu bekommen. Vielleicht war es auch zusätzlich der zunehmende Wohlstand, sodass die einfachen Verhältnisse dort nicht mehr genügten. Das obwohl die Scheune mit Toiletten und Dusche ausgebaut war. Bayer hoffte, dass die Mühle wenigstens für Tagungen benutzt werden konnte. Aber die Diözese Aachen investierte nicht mehr.
1967

1967. Foto und Text am 06.12.2007 an B.T. von Dr. Manfred Waloch. "In den Jahren 1964 bis 68 haben wir mit der Katholischen Studentengemeinschaft Christophorus (in der Studentengemeinde Aachen) manches schöne Wochenende in der Belgenbacher Mühle verbracht. Ein Foto (etwa von 1967) habe ich noch gefunden und stelle es Ihnen gern zur Verfügung. In der Mitte der Gruppe mit dem Rücken zum Bach steht unser damaliger Studentenpfarrer.
1969-1973 Die Mühle
war mehr oder weniger unbenutzt. Es traten Schäden durch Witterungseinflüsse auf. Randalierende Jugendliche zerstörten auch Teile der Erlöser-Kapelle.
1974.02.28 Die Diözese Aachen verkauft daher die Mühle mit dem dazugehörigen Gelände an die Familie Jerusalem aus Aachen.
1983.05.01 Im Rahmen vermögensrechtlicher Auseinandersetzungen bekommt die Lehrerin E.J. die Belgenbacher Mühle von Ehemann Dr. Dr. Erich Jerusalem, dem Sohn der Familie Jerusalem.
ab 2000
2006 Die Wege um die Kapelle und Mühle werden neu geschottert.
2007.05.10 Bernd Tesch hat schliesslich die obere Geschichte zusammengetragen / aufgeschrieben. Es ist die ihm ausführlichste bekannte Zusammenstellung von Beginn bis heute. Die allermeisten Informationen stammen aus Aufsätzen verschiedenen Monschauer Jahrbücher. Die Quellen sind unter Literatur angegeben. Zu diesem Zeitpunkt besitze ich nur wenige Postkarten der Mühle.
Für irgendwelche Korrekturen, Hinweise, Ergänzungen, insbesondere historischen Unterlagen / Zeichnungen / Fotos auch insbesondere aus der Zeit des Jugensheimes wäre Bernd Tesch in Hammer sehr dankbar.
Albert Woopen (Eicherscheid). Das Monschauer Jahrbuch 1988. Die Erlöserkapelle an der Belgenbacher Mühle,
Der Sohn von Albert Woopen war der Erbe von des Pfarrers Josef "Jupp" Bayer
(c)opyright Bernd Tesch
Detailseite der website: http://www.hammer-eifel.de
von berndtesch@gmail.com